Emotionen: Der anhaltende Coaching-Boom – Alles außer Hokuspokus

Emotionen:

Der anhaltende Coaching-Boom - Alles außer Hokuspokus

Sterne deuten, Kaffeesatz lesen oder Götter anrufen – seit jeher suchen wir Menschen bei wichtigen Entscheidungen Hilfe. Und schon beim Orakel von Delphi galt: Guter Rat ist teuer. 

Oftmals helfen schon gut gestellte Fragen einer Vertrauensperson oder, noch einfacher, ein interessierter Zuhörer, um sich und seiner Situation bewusster zu werden und möglichen Lösungswegen auf die Schliche zu kommen.  

Worauf kommt es an?

01

Frag` Freunde und Bekannte nach Empfehlungen und achte auf den Webauftritt. Nicht jeder Trainer/Coach passt zu deinen Anliegen, deinem Unternehmen oder deinen Mitarbeitenden – die Chemie muss stimmen.

 

02

Der Berufsstand Coach oder Trainer ist nicht geschützt. Achte deshalb auf Praxis-Erfahrung, qualifizierte Ausbildung und stetige Weiterbildung. Denn nur wer sicher im Know-how und mit sich selbst im Klaren ist, kann andere sinnvoll unterstützen.

 

03

Gutes Training & Coaching gibt verständliche Impulse für die Performance-Steigerung, regt zur Reflexion an und vermittelt neben praxiserprobtem Wissen auch Freude am Lernen. Diese Intensität hat ihren Preis. 

Die Verantwortung der Umsetzung liegt beim Coachee/Trainee – Führung sollte dies sicherstellen.

 

04

Sei offen und neugierig, sprich mit Coaches und Trainern über dein Thema, dabei merkst du schnell, ob es um verkaufte Tage geht oder wirkliches Interesse an deinem Erfolg besteht. 

GUT ZU WISSEN

 

Titel //
Frank – dein Smartspeaker


meine Mission //
Sprich smarter – mit dir und anderen 

 

Qualifikationen //
seit 2017 dvct-zertifizierter Business Trainer / emTrace – Emotions-Coach / Mental Coach Basic / Wirtschaftsfachwirt  

 

Kompetenzfelder //
Mind-Set / Sprache / Kunden-Kontakt / Führung / Team

 

Werdegang //
Page / Koch / Sterne-Patissier / Dekade als selbständiger Handelsvertreter / Studio- & Vertriebsleiter / Kommunikations-Trainer / Emotions- & Mental-Coach / seit 2009 selbstständig 

 

Ich kooperiere mit unterschiedlichen Partnern und befinde mich in stetiger Supervision. 

Und wer es noch genauer wissen will, erfährt  alles in dem Kapitel ÜBER MICH.

Was mich außerdem interessiert, beschäftigt und bewegt sowie Antworten auf die häufigsten Fragen findest du unter MAGAZINE.

Die Sprechstunden des Philosophen Sokrates waren wohl so etwas wie der Prototyp unserer heutigen Coaching-Sessions, lange bevor es den Begriff überhaupt gab. Später etablierte sich die Kirche als Big Player im Beratungs-Business: Als spirituelle Coaches gewähren Priester Sündenerlass, haben Lebenshilfe und Orientierung im Angebot und spenden Trost bei Verzweiflung. Gruppen-Coaching kannten bereits unsere direkten Vorfahren, die alten Germanen: Sie kamen regelmäßig in Things zusammen, um sich in diesen Versammlungen zu beraten oder Streitigkeiten untereinander friedlich zu klären. 

Der Begriff Coaching kam zum ersten Mal im 19. Jahrhundert auf. Die Kutschfahrt diente als Symbol und Namensgeber für eine optimierte Reise zum verbesserten Ich, in der es darum geht, mehr Bewusstsein für sich und die Lebenssituation zu schaffen, um persönliche Ziele zu erreichen. Mit mehr Überblick und Gelassenheit bessere Entscheidungen treffen zu können, um auch in druckvollen Situationen noch funktionieren zu können. 

Im Kern geht es um Potenzialausschöpfung und Selbstoptimierung, was jeder für sich nicht nur anders definiert, sondern wobei auch jeder unterschiedliche Themen hat. Angefangen bei gesundheitlichen Aspekten, um endlich fitter zu werden, über Lebensthemen wie Glück oder Beziehungen bis hin zu durch und durch kapitalistischen Zielen, wie zum Beispiel mehr Neukunden und Umsatz zu gewinnen. Alle Themen haben jedoch eines gemeinsam: Es geht um den Menschen mit all seinen Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen, weshalb Coaching viel mit neuronaler Biologie, positiver Psychologie und der fragenden Philosophie zu tun hat.  

Manchmal geht es allerdings auch in die komplett entgegengesetzte Richtung: Downsizing. Nicht immer „höher schneller, weiter“, sondern den Arbeitsalltag sinnvoller gestalten, um nicht ständig im Hamsterrad rennen zu müssen. Solche Klienten kommen wegen Sinnfragen, was meist völlig konträr zu den Zielen ihrer Arbeitgeber ist. 

 

Was genau ist eigentlich ein Coach und was macht dieser?

Auf jeden Fall ist ein Coach kein Therapeut – da er nur mit psychisch gesunden Menschen arbeiten darf und keine Krankheiten behandelt. Er ist kein Lehrer und auch kein Trainer, da er zu allgemein arbeitet und weder beeinflusst, noch konkrete Vorgaben macht. Ebenso wenig ist er ein Berater oder Consulter, weil es nicht nur um Produkte, Führung oder Macht geht.  

Coaching ist immer dann gefragt, wenn die Existenz selbst wie auch deren Sinnhaftigkeit auf dem Spiel steht.  Wenn die Persönlichkeit, trotz all ihren Fähigkeiten und gebotenen Möglichkeiten, an scheinbar unüberwindbare Grenzen stößt und sich festläuft, während der gefühlte Druck immer mehr steigt und Ziele in immer weitere Ferne rücken. 

Ein gelungenes Coaching-Gespräch hat viele Parallelen mit einem philosophischen, denn in diesem geht es auch um Orientierung, Glück und Sinn. Der Unterschied ist der Auftrag, dass ein Coachee immer gestärkt aus seiner Session herausgeht, mit einer klaren Idee davon, wie er sein Thema in den Griff bekommt, und sich seiner selbst etwas bewusster geworden ist. Philosophie spielt sogar vor dem Coaching eine entscheidende Rolle. Denn ohne die Frage: „Was will ich eigentlich?“, würde kein Coaching-Gespräch jemals zustandekommen.  

Somit hat die fragende Philosophie als Weisheitslehre und Lebenskunst ihren festen Platz im Coaching-Prozess und erfüllt eine ganz entscheidende Funktion: Selbstreflexion anzuregen, um sich selbst und seine Situation zu erkennen.

Sich coachen lassen zu können, weist zum einen auf die hohe Durchlässigkeit unserer heutigen Gesellschaft hin, in der die Rollen nicht festgelegt sind, sondern Potenziale und Möglichkeiten ausgeschöpft werden können, um diese nach eigenen Wünschen zu gestalten. Zum anderen auch auf die immer größer werdenden Lücken bei Menschen, deren materielle Bedürfnisse mehrheitlich befriedigt sind, bei denen die unbefriedigten Sinn-Bedürfnisse allerdings Unsicherheit auslösen und jede Menge Fragezeichen aufwerfen. In diese Lücken stößt der zum Thema passende Coach. 

 

Eine Konstante gibt es, die sich nicht verändert hat und auch künftig so bleiben wird. 

Trotz unserer stetig wachsenden Möglichkeiten und Ansprechpartner zu allen möglichen Themen bleibt eine Sache stets gleich. Es ist die Notwendigkeit, sich zu öffnen, um die Wahrheit über sich selbst zu erkennen und diese letztlich auch zu akzeptieren. Diese Arbeit an sich selbst ist unverzichtbar und ein Grundfaktor für gelingende Persönlichkeitsentwicklung mit Coaching – und kein Ersatz dafür, dass sich Menschen grundlegende Gedanken machen, was ihnen wichtig ist im Leben. 

 

Wie finde ich einen richtig guten Coach? 

Wer im Internet das Stichwort „Coaching“ oder „Trainer“ eingibt, bekommt weltweit Millionen von Treffern. Zugegeben, keine leichte Aufgabe, die dadurch erschwert wird, dass der Begriff Coach rechtlich nicht geschützt ist. Absolut jeder kann sich eine Homepage basteln und als Coach sichtbar werden – egal, was er oder sie kann oder auch nicht kann. 

Es gibt aktuell über 25 Verbände in Deutschland, die unterschiedlichste Zertifizierungen anbieten für die schätzungsweise 35.000 Menschen, die sich derzeit als Coach vermarkten. Davon sind ca. 9.000 im Business Coaching/Training unterwegs und bedienen sich unterschiedlichster Methoden, wobei insbesondere kommunikative, emotionale wie auch psychologische Kompetenz gefragt ist. Einen qualifizierten und vor allem für dich passenden Experten zu finden, ist somit alles andere als leicht. Worauf es bei der Auswahl ankommt, habe ich zusammengefasst.

 

“Du kannst dein Leben WEDER verlängern noch verbreitern,
nur vertiefen.”

Gorch Fock

 

Wie wirksam ist Coaching und worauf kommt es eigentlich an? 

Im Sport lässt sich erfolgreiches Coaching ganz leicht messen: Wer gewinnt, hat den besseren Coach/Trainer. Außerhalb des Sports ist dies ungleich schwerer, denn wer sich als Führungskraft, Mitarbeiter:in oder Privatperson coachen lässt, kann nicht ganz so einfach feststellen, ob das Coaching was gebracht hat oder nicht. Na klar, es geht darum, Ziele zu unterstützen. Allerdings bleibt es eine subjektive Bewertung, ein Gefühl, was sich schwer an Kriterien messen lässt. 

Dass professionelles Coaching und Training funktioniert und neue Erfolgsschritte ermöglicht, habe ich selbst in unzähligen Begleitungen erlebt, und es ist in vielen Studien belegt worden. Wobei einige Details, wie die Wirksamkeit einzelner Methoden in bestimmten Situationen, allerdings noch völlig offen und ungeklärt sind. Weshalb man sich im Vorfeld nicht auf bestimmte Methoden oder standardisierte Verfahren versteifen sollte, sondern stattdessen die übergeordneten Wirkfaktoren im Auge haben sollte. Denn diese bestimmen die Wirkung – und nicht fixe Methoden oder Verfahren. Das bedingt Vertrauen in den Coach/ Trainer, was Entscheidern und Verantwortlichen, die sich gerne an einfachen und starren Kriterien orientieren und das Steuer gerne fest in der Hand halten, alles andere als leicht fällt. Vertrauen erhöht allerdings die Wirksamkeit und Erfolgschance der Maßnahme – wenn man den richtigen Coach/Trainer ausgewählt hat. 

Es gibt eine Vielzahl von Ansätzen, die je nach Situation unterschiedliche Bedeutung haben. 

Für mich haben sich die folgenden fünf Faktoren herauskristallisiert, die über die Qualität und damit über den Erfolg meiner Arbeit mit entscheiden. 

Der Coaching-Boom wird begünstig durch ein gewisse Bequemlichkeit.

Und ist gewissermaßen Ausdruck einer gefühlten Ausweglosigkeit und persönlichen Überforderung.

Global vernetzte Krisen und immer komplexere Details sorgen für stetig neue Hiobsbotschaften und Herausforderungen, die unser aller Alltagsleben beeinflussen, weshalb der (Hilfe-)Ruf nach Begleitung und professionellem Coaching immer lauter wird. Dummerweise lassen sich seriöse und gute von den weniger guten Angeboten nur sehr schwer unterscheiden. Insbesondere von Laien, die zugleich den größten Nutzen vom Coaching hätten …  Hinzu kommt noch, dass auch das professionellste Coaching alleine eben nicht alle Probleme löst und die eigene Offenheit und Bereitschaft der Teilnehmenden, sich einzubringen, häufig nicht Hand in Hand gehen mit der gebotenen Hilfestellung. Was es nicht leichter macht, gemeinsam die gesteckten Ziele zu erreichen.

Was bleibt, ist wachsamer und offner zu werden, Situationen anzuerkennen und Neues zu lernen. Genauer in der Beobachtung, klüger in der Analyse und mutiger wie auch konsequenter im Handeln zu sein, was in unserer Geschichte immer durch Bildung erreicht wurde. Weisheit war allerdings noch nie ein besonderer Zauber, sondern immer kultiviertes Wissen – was heutzutage immer noch klug aus Neugierde, Theorie und praktischer Erfahrung kultiviert wird. Sich einzulesen, zu informieren und Wissen anzueignen war noch nie so einfach wie in unseren digitalen Zeiten. Doch dieses Wissen kann erst wertvoll werden, wenn man es ausprobiert und es in den unterschiedlichsten Alltagssituationen passend anwendet. Genau an dieser Fähigkeit setzt Coaching und Training an.

Was man sich heutzutage, Gott sei Dank, ganz bequem einkaufen kann.
Etwas dafür tun muss man dennoch.

 

Inspiration:
scobel – der Coaching Boom / Ausgestrahlt: 3sat  25.1.2024